Sonntag, 7. September 2008

Realitaet



Auch in vielen Kinderbüchern hat inzwischen die Realität Einzug gehalten. So prägt das Stadtbild auf der 2. Seite des Spielbuchs "Toms Fahrt durch die Stadt" ein Fleisch schneidender Dönerbuden-Verkäufer.

Beim Durchblättern der weiteren Seiten fallen noch Brände in Wohnungen, Einsätze von Krankenwagen sowie das Abschleppen falsch parkender Autos ins Auge. Lediglich Schlägereien zwischen rivalisierenden Jugendgruppen vermisst der aufmerksame Leser.

Sonntag, 31. August 2008

Wenn ein Tor faellt




Die Fußballleidenschaft des P. ist inzwischen voll entbrannt. Insofern war die Anschaffung eines Fußballtores eine nützliche Investition.

Bei der Umsetzung der entsprechenden DFB-Regeln sind allerdings noch Abstimmungen vorzunehmen. Es wird beispielsweise keineswegs akzeptiert, wenn ein Gegenspieler im Tor steht, um Selbiges zu verhindern. Vielmehr muss der Kontrahent hinter dem Objekt der Begierde Aufstellung nehmen, um die Bälle nach erfolgreichem Abschluss des P. wieder aus dem Tor zu bugsieren.

Wir werden weiter an der Vermittlung der Kenntnisse der anerkannten Fußballregeln arbeiten.

Sonntag, 3. August 2008

Beruehrungsaengste



Mit deutlichen Berührungsängsten startete der 2. Geburtstag des Protagonisten dieses Blogs. Nachdem unsere Nachbarn auf einem nahe gelegenen Spielplatz bereits am frühen Morgen ein englisches Geburtstagsständchen anträllerten, reagierte Tom mit schnell einsetzenden Heulkrämpfen und fluchtartigen Bewegungen Richtung schützenden Körper seines Vaters. Nur die schlagartige Einstellung des englischen Liedguts konnte Schlimmeres verhindern.

Im Laufe des Nachmittags wurde dann weniger gesungen, vielmehr musste Tom seine ganze Aufmerksamkeit den vielen Geburtstagsgeschenken widmen.


Die größte Geschenkerosonanz erntete ein Spielzeugrasenmäher, der bereits nach kurzer Zeit deutliche Gebrauchsspuren aufwies. Berührungsängste waren hier zumindest wie am Anfang des Tages nicht mehr erkennbar.

Donnerstag, 24. Juli 2008

U7



Von den meisten Ärzten wird die U7-Vorsorgeuntersuchung auch als Angst- oder Schrei-Untersuchung bezeichnet, da Kinder in diesem Alter oft wenig kooperativ sind.

In der Tat stellte sich heute nach kurzer Zeit eine Übereinstimmung dieser Theorie mit der Praxis heraus. Die Aufforderung des Kinderarztes, auf die Nase der Sesamstraßen-Kunstfigur "Bert" mit dem Finger zu zeigen, wurde durch Tom lediglich mit Nichtbeachtung des Anliegens quittiert.

Erst nachdem der Kinderarzt die Räumlichkeiten verlassen hatte, ortete der P. die Nase des Versuchsobjektes.

Somit konnten wir die U7-Untersuchung als bestanden verbuchen.

Sonntag, 13. Juli 2008

Power-Fuettern


Auch wenn der Wildpark Lüneburger Heide eher nicht im Hannoverschen Einzugsgebiet liegt, entschieden wir uns heute kurzfristig für einen Besuch dieses zooähnlichen Parks.

Auffällig war die Aneinanderreihung zahlreicher Spielplätze in kurzen Abständen, was die auf Schildern angekündigte Absolvierung des Rundwegs in 2 Stunden als unwahrscheinlich erschienen ließ. „Nach dem Spielplatz ist vor dem Spielplatz“ verhinderte als Leitmotiv des P. eindeutig diese Zielvorgabe.

Weiterhin begegneten uns auf dem Weg durch den Tierpark einige Streichel- und Fütter-Areale, in denen Tom seine soziale Ader in Form von Power-Füttern des Dammwild-Getiers entdeckte. Obwohl die Verpackung den Hinweis enthielt, nur dieses Futter den Huftieren zukommen zu lassen, ließ er sich auch die Verpackung entlocken. Selbige wanderte mehr oder weniger durchgekaut in den Schlund eines Dammwilds.

Wir werden am Montag in einigen Hamburger Gazetten recherchieren, ob der Tierbestand im Wildpark Lüneburger Heide noch stabil ist.

Sonntag, 6. Juli 2008

Hannoversches Kulturgut



Höhepunkt des Schützenfestes Hannover soll der 12 Kilometer lange Schützenausmarsch sein. Über diesen Sachverhalt wollten wir heute ebenfalls unseren Sohn aufklären, so dass als Ausflugziel dieses kulturelle Highlight Hannovers auserkoren wurde.

Zunächst verbreiteten einige optische sowie akustische Irritationen in Form von inflationär auftretenden Gamsbart-Hüten sowie Trommelwirbel der vorbeiziehenden Schützenvereine wenig Begeisterung bei Tom. Die anfängliche Zurückhaltung schlug nach einiger Zeit tendenziell in Winkbewegungen um. Wir interpretierten dies als emotionale Zuwendung zum hannoverschen Kulturgut.

Weitere wichtige hannoversche Kulturgüter wie die Lüttje Lage werden wir unserem Sohn ggf. zu einem späteren Zeitpunkt nahebringen.

Freitag, 4. Juli 2008

Diva


Wenn der grüne Schnuller nicht mit den roten Wunschvorstellungen korrespondiert, wenn die Gießkanne gehasst wird, weil diese nicht mehr eigenverantworlich aufgrund der großen Wasserfüllmenge zu transportieren ist, wenn Speisen nur noch mit der Gabel bei Ablehnung aller Alternativformen verzehrt werden, wenn die Inbesitznahme (Klauen) von fremden Spielsachen als Hobby auserkoren wird, wenn das Verbot von Steinewerfen mit heftigen Heulattacken bedacht wird, dann liegt gemäß der wissenschaftlichen Definition eine eindeutige Diva vor.

Wir hoffen auf eine Normalisierung der derzeit verbogenen Gehirnwindungen des P.

Freitag, 16. Mai 2008

UPF 50+



Für den bevorstehenden Urlaub haben wir für Tom eine UV-Schutz-Kombination erworben und damit bereits ein Probetraining im heimischen Pool absolviert. Der Hersteller verspricht den Lichtschutzfaktor 50, ein Schutz gemäß australischem Standard.

Kinder könnten sich somit 50-mal länger im Freien aufhalten. Wir sind begeistert und planen für unseren Urlaub eine Dauerbesonnung.

Donnerstag, 15. Mai 2008

Massagefisch



Neuerdings garniert ein Badewannen-Spritztier-Set bestehend aus Kunststoff-Meeresfischen die sonntägliche Badewannen-Prozedur des P. Aus den Meerestierchen Stör, Glanzfisch, Hai, Delfin, Kugelfisch sticht besonders der Blowfisch hervor.

Dieser erinnert allerdins eher an eine Massagekugel, was Tom nicht daran hindert, diesen trotz wenig authentischer Form als seinen Lieblingsfisch zu deklarieren. Dies äußerst sich insbesondere in einer hohen Badewannenrauswurf-Quote.

Sofern sich die Sympathie verflüchtigt, werden wir den Kugelfisch für Massagezwecke einsetzen.

Samstag, 3. Mai 2008

Sandtransfer



Aus Anlass der Begehung seines 21. Lebensmonats hat Tom von seinen Großeltern einen Sandkasten geschenkt bekommen. Selbiger ist derzeit mit 150 Kilogramm Sand gut gefüllt. Nach stichprobenartiger Beobachtung des Spielverhaltens des P. ist allerdings festzustellen, dass sich die Füllmenge minütlich reduziert. Offensichtlich bereitet dem P. der Sandtransfer auf den Rasen mehr Freude als die Bebauung dreidimensionaler Gebilde innerhalb des Areals.

Die komplette Entleerung des Areals vor Augen, haben wir bereits die logistische Nachversorgung mit Ersatzsand sichergestellt.